Aufbruch zu neuen Ufern – Vorsorge für KMU!
Impressum: Dieser Vortrag von Herbert Brändli, Geschäftsführer der B+B Vorsorge AG, wurde gehalten an der GV 2004 der Profond-Vereinigung, zum Geschäftsabschluss 2003.
Ich begrüsse Sie im Namen des Vorstands ganz herzlich zur jährlichen Generalversammlung der Profond Vereinigung. Wir freuen uns sehr über die rege Teilnahme und das Interesse, dass Sie der Profond, ihren Ideen und Idealen entgegenbringen.
Unser Verein strebt, wie Sie wissen, keine Gewinne an. Er bezweckt die Förderung und aktive Unterstützung seiner Mitglieder in Fragen der Personalwirtschaft, Personalmotivation und Personalbetreuung. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Vermittlung oder Bereitstellung von Risikoträgern.
So wurde vor rund 14 Jahren die Profond Vorsorgeeinrichtung gegründet. Ziel dieser Sammelstiftung war es, die Attraktivität der beruflichen Vorsorge für Klein- und Mittelbetriebe (KMU) zu verbessern. Die Gründungsmitglieder wollten für Ihre Mitarbeiter gleich lange Spiesse schaffen, wie sie für die Versicherten von grossen autonomen Vorsorgestiftungen gelten.
Erste Aufgabe war die Sicherung der Unabhängigkeit von Banken und Versicherungen. Ein grosser Erfolg war darum die Verfügung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements vom 12. November 1990. Damit wurde die Profond – damals noch unter dem Namen VIP BVG Sammelstiftung und VIP Sammelstiftung für berufliche Vorsorge – von der Versicherungsaufsicht ausgenommen, gestützt auf Art. 4 des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Als erste Sammelstiftung in der Schweiz durfte sie danach Klein- und Mittelbetrieben Vorsorgelösungen anbieten, die nicht vom Diktat der Versicherer abhängig waren. Viel tiefere Versicherungskosten und markant höhere Verzinsungen der Altersguthaben waren die erwartete und logische Folge.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der vergangenen Jahre und die damit verbundenen Rückschläge an den Börsen haben in den Augen vieler Versicherten die zweite Säule generell in ein schiefes Licht gerückt. Besonders die finanziellen Schwierigkeiten der traditionellen Lebensversicherer und die damit verbundenen Beitragserhöhungen mit gleichzeitigem massivem Leistungsabbau gipfelten im Vorwurf des Rentenklaus.
Politik und Behörden überreagierten mit Notmassnahmen, nachdem der negative Trend abgewendet und das Marktumfeld bereits wieder viel freundlicher waren. Die Profond hingegen nutzte das Jahr nach dem Börsencrash zur Konsolidierung. Ihr Deckungsgrad hat sich ohne Beitragserhöhungen und Leistungsschmälerungen wieder auf 104 Prozent verbessert. Sie konnte im Jahr 2003 die Altersguthaben wieder zum technischen Zins von 4 Prozent verzinsen und mit einem Altersguthaben von 100 000 Franken winkt den Versicherten der Profond weiterhin eine Altersrente von 7200 Franken. Versicherungssammelstiftungen hingegen offerieren für denselben Einsatz gerade noch eine Altersrente zwischen 5400 und 5800 Franken. Für Besitzstandsregelungen, die bis anhin im Vorsorgewesen üblich waren, haben sie kein Gehör. Früher verkaufte Garantien haben sich in Luft aufgelöst und wurden einfach durch neue Garantieversprechen auf viel tieferem Niveau ersetzt.
Die von Versicherern offerierten Umwandlungssätze liegen mittlerweile unter der langjährigen Durchschnittsrendite der Profond Vorsorgeeinrichtung von 6,2 Prozent, das heisst die Profond könnte diese Renten unendlich lang bezahlen und gleichzeitig die ihnen zugrunde liegenden Altersguthaben weiter äufnen. Die Lebenserwartung und ihre Zunahme, mit der die Versicherer ihre bescheidenen Umwandlungssätze erklären, spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Die masslose Teuerung der Versicherer hatte zahlreiche Neugründungen von unabhängigen Sammelstiftungen zur Folge. Die Versicherer sehen wegen dieser neuen Konkurrenz ihre Felle im BVG davonschwimmen. Sie haben sich formiert und versuchen mit einer Revision des Versicherungsaufsichtsgesetzes das lukrative Geschäft zu retten. Es besteht darum die Gefahr, dass autonome Sammelstiftungen künftig dem Versicherungsaufsichtsgesetz unterstellt werden und der spärlich eingesetzte Wettbewerb politisch bereits wieder abgewürgt wird. Der Ständerat hat vor wenigen Tagen einem entsprechenden Antrag von Herrn Kuprecht zugestimmt. Der Nationalrat wird in der Herbstsession darüber befinden. Stimmt er auch zu, werden die Versicherungsgesellschaften den Klein- und Mittelbetrieben wieder ungehindert die Preise diktieren und ihr eigenes Geschäft maximieren können.
Um diesen gravierenden Rückschritt im Vorsorgewesen abzuwenden, plant die Profond zusammen mit der B+B Vorsorge AG und befreundeten unabhängigen Sammelstiftungen geeignete Massnahmen. Wir wollen kleineren und mittleren aber auch grossen Sammelstiftungen und autonomen Vorsorgeeinrichtungen Alternativen zu traditionellen Versicherungen bieten, die ihnen unter voller Transparenz erlaubt, mit gleich langen Spiessen wie autonome Pensionskassen zu operieren und nur Beiträge zu bezahlen, die sich am eigenen Risikoverlauf bemessen. top ↑
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