Ideen zur Abfederung der Senkung von Umwandlungssätzen
Impressum: Herbert Brändli, B+B Vorsorge AG, Thalwil, in AWP Nr. 18/2008
Olivier Deprez hat recht (Jahrgangsgerechte Umwandlungssätze in AWP Nr. 16/08): Zunehmende Lebenserwartungen verlangen im Vorsorgemodell eine Senkungen der Umwandlungssätze, will sagen die Herabsetzung der Pensionskassenleistungen. Die Reduktion kann modellmässig abgefedert werden indem den Pensionskassen beispielsweise mehr Beiträge zugeführt werden. Frankenmässig kann die Altersrente auch erhalten bleiben, wenn die Rentenbezugszeit verkürzt wird. Beide Modellvorgaben sind erfüllt, wenn die Versicherten länger arbeiten bzw. das Rentenalter erhöht wird. Im Modell kann auch simuliert werden, wie der Umwandlungssatz erhalten werden kann, wenn nominell sinkende Renten in Kauf genommen werden.
Bei diesen rechnerischen Umformungen anhand von technischen Zinsen und Lebenserwartungen stellt sich die Frage nach der Existenzberechtigung von Pensionskassen. Primär geht es dabei meines Erachtens um eine möglichst effiziente Verwaltung der finanziellen Mittel, die Versicherte den Pensionskassen anvertrauen. Sie verzichten auf die Konsumierung von beträchtlichen Teilen des Einkommens in der Hoffnung auf eine angemessene Rente im Alter. Zentrale Aufgabe der Pensionskasse ist darum eine möglichst hohe Wertschöpfung auf den ihr übertragenen Mitteln. Mit 0,2 Prozent zusätzlichen Erträgen könnten sie die zunehmende Lebenserwartung ausfinanzieren. Damit würden all die modellmässigen Umschichtungen überflüssig und wir müssten nicht diskutieren, wie real bereits sinkende Renten noch weiter gesenkt werden können.
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