Währungsabsicherung von Pensionskassen

Impressum: Von Herbert Brändli, Geschäftsführer der B+B Vorsorge AG, 6. September 2004

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Beilagen

Bild: Entscheidungsgrundlagen

Im Umgang mit dem Währungsrisiko existieren zwei bekannte Schulen …

  • Erstens: In der Finanztheorie werden Währungen als eigenständige Anlagekategorie aufgefasst. Mit Hilfe von erwarteten Erträgen wird mit Optimierungsverfahren die optimale Zusammensetzung des Währungskorbes gesucht.
  • Zweitens: Währungen werden als Spielverderber des Anlageprozesses aufgefasst. Währungsrisiken sollen deshalb in erster Linie taktisch abgesichert werden

Es gibt Szenarien, wo mit dem finanztheoretischen Ansatz überdurchschnittliche Erträge er-wirtschaften werden. So konnte zum Beispiel im zweiten Quartal 2003 nach dem Zinsentscheid der SNB der Euro problemlos und ertragreich aufgestockt werden (die SNB senkte die Zinsen auf einen historischen Tiefstand, um den Franken zu schwächen; die Zinsdifferenzen zum Euro erreichten dann im März Höchststände). Mehrheitlich werden aber mit dieser Anlagekategorie nicht die gewünschten Resultate erzielt, weil die Entscheide in der Regel zu spät erfolgen.

Wir empfehlen die technische Absicherung von Währungsrisiken. Das Verfahren zur Reduktion der Risiken basiert auf den drei Komponenten:

1. technische Analyse

2. Fundamentalanalyse

3. Anlagethemen.

Ertragsüberlegungen werden zurückgestellt.       top ↑

Das Absicherungsmodell

Von unzähligen Währungstheorien hat sich vordergründig jene der Kaufkraftparitäten durchgesetzt. Sie gilt aber nur sehr langfristig.

Unser Modell vereinigt darum verschiedene massgebende Theorien. Nur wenn sich daraus eine klare und eindeutige Aussage ergibt, wird diese akzeptiert. Gemischte Bilder lösen grundsätzlich keine Handlung aus.

Das Modell umfasst:

1. Technische Analyse (Chart)

2. Fundamentalfaktoren (Kaufkraftparität, makroökonomischer Ansatz, Kapitalverkehr)

3. Aktuelle Anlagethemen – Beilage Entscheidungsgrundlagen.

Wenn alle massgebenden Komponenten in dieselbe Richtung zeigen, empfehlen wir eine Absicherung mit Devisentermingeschäften:

  • Überbewertete Währungen werden abgesichert.
  • Die Währungen Yen, Dollar, STG und Euro stehen im Mittelpunkt.

Die Grundsätze der Währungsabsicherung werden im Anlagereglement festgehalten. Performance- und Exposure-Nachweise im Vergleich zum Benchmark werden mit einem separaten Reporting erbracht.       top ↑

Der Absicherungsentscheid

Über Währungsabsicherungen sollte mindestens quartalsmässig befunden werden. Dieser Rhythmus erfordert Fleiss und Disziplin. Dafür wird sichergestellt, dass alle relevanten Faktoren regelmässig betrachtet werden.

Die Erfahrung zeigt, dass Ausschüsse bis und mit drei Mitgliedern effizient entscheiden können. Eine einmal eingeschlagene Politik muss konsequent und diszipliniert eingehalten werden. Die Verantwortlichen müssen Risikobereitschaft haben und Fehlentscheidungen aushalten. Zirkularbeschlüsse sollten nur nach ausserordentlichen Ereignissen (zum Beispiel 11. September 2001) gefasst werden.

Zur Entscheidungsfindung gilt es ein paar wichtige Regeln einzuhalten:

  • Mit Währungsabsicherungen werden grosse Volumen verschoben. Einzelne Entscheide können grosse Wirkung haben. Die Prozesse müssen daher streng geregelt und die Kompetenzen klar abgegrenzt werden.
  • Währungen dürfen nur abgesichert werden, wenn das theoretische Modell, das technische Bild und die vorherrschende Anlageidee in die gleiche Richtung zeigen. Sobald ein Faktor nicht eindeutig ist, darf nicht gehandelt werden.
  • Es wird nicht abgesichert, wenn im verantwortlichen Gremium kein Konsens gefunden werden kann. Bei Unsicherheit soll Zurückhaltung geübt werden.
  • Beschlüsse müssen im Rahmen der gültigen Politik jederzeit, das heisst auch mittels Zirkularbeschluss, korrigierbar sein.

Die Umsetzung der Währungsabsicherung erfordert Disziplin und ständige Präsenz:

  • Die Währungsabsicherung erfolgt innerhalb taktischer Bandbreiten. Letztere werden vor allem in der Startphase eng gestellt. Wir empfehlen zu Beginn taktische Bandbreiten von rund 10 Prozent, bis das Entscheidungsgremium genügend Erfahrung gesammelt und entsprechende Sicherheit erlangt hat.
  • In der Startphase dürfen nur Devisentermingeschäfte getätigt werden. Optionen und Futures sollten auch später nur in Ausnahmefällen gekauft werden.
  • Ausführende Organe müssen jederzeit bereit sein, zu bremsen und zu korrigieren.       top ↑

Währungsabsicherung: Entscheidungsgrundlagen

Entscheidungsgrundlagen

Total: 12 = neutral / 16 = übergewichten / 8 = untergewichten

A. Anlagethema: die internationalen Anleger müssen den Dollar stützen; der US-Präsident (Bush) will einen schwachen Dollar

B. Fundamentaldaten: Dollar bleibt eine schwache Währung, Übergewichtung des Yen

  • Dollar: nur Wachstumsdifferenz stützt den Dollar
  • Euro: die EZB wird handeln
  • Yen: stärkere Auftriebskräfte
  • Franken: das Verhältnis zum Euro ist neutral; Seitwärtsbewegung

C. Technisches Bild: kein eindeutiges Bild bei den Hauptwährungen

  • Dollar: Seitwärtsbewegung
  • Euro: leicht negativer Drift
  • Yen: gut unterstützt

Schlussfolgerung: keine Absicherung – Dollar: Status Quo ist politisch interessant

  • Keine Absicherung im zweiten Quartal: keine eindeutigen Signale vom Modell
  • Dollar bleibt eine latent schwache Währung
  • Yen und Dollarnebenwährungen (AUD, STG) sind interessant       top ↑
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